Myofasziotomie

SELEKTIVE UND GESCHLOSSENE MYOFASZIOTOMIE ZUR MYOFASZIALEN LOCKERUNG BEI PATIENTEN MIT HIRNSCHÄDEN

VON DOKTOR IGOR NAZAROV

Behandlungsmöglichkeiten:

 

  • Folgen von Gehirnlähmungen, Schädel-Hirn-Traumen, Hirnblutungen und Anfällen und Fehlbildungen im Gehirn. Arten: Hemiparese, Diparese, Paraparese, Tetraparese…
  • Fehlbildungen der Füße (Klauenfuß, Klumpfuß…), der Hände (Geburtsverletzungen des peripheren Nervensystems), des Nackens (angeborene Tortikollis) und weitere, hervorgerufen durch die Spastik.

 

Eine der Hauptfolgen dieser Pathologien ist diemyofasziale Retraktion, welche in dem gestreiften Muskelgewebe auftreten kann.

In den ersten 2 Jahren nach einem Gehirnschaden erleiden die überspannten Muskeln, auf Grund der anhaltenden Spastik(Muskelhypertonie), Stoffwechselprobleme (Mangel an Sauerstoff, Nährstoffen, Übersäuerung…). Dies führt zu einer degenerativen Dystrophie in dem fibrösen Gewebe, hauptsächlich in den Faszien, Muskeln, Bändern oder anderen Geweben.

Einige Fasern verkürzen und werden geschwächt. Somit machen sich die myofaszialen Retraktionen erkennbar, welche die Dehnung und Bewegung der Muskeln einschränken. Diese Retraktionen, in Kombination mit der Spastik, führen zu Fehlhaltungen, blockieren teilweise das normale Wachstum eines Körperteils und verschlimmern den degenerativen Vorgang der Dystrophie in dessen Verlauf die Blutgefäße und die peripheren Nerven abgeklemmt werden.

In den Bereichen der myofaszialen Retraktion erscheint normalerweise ein Schmerzsymptom, welches zu mehr Spastik und dies wiederrum zur Bildung neuer Retraktionen führt. Dies istein „Schmerz-Spastik-Retraktion-Schmerz“ Teufelskreis.

 


 

Die Retraktionen können mehr oder weniger Steif sein, abhängig von der Intensität des Störungsfaktors und dem degenerativen Vorgang auf Grund der Dystrophie in den pathologischen Fasern.

Wenn es sich um schwere myofaszialen Retraktionen handelt und diese zu einer starken Steifigkeit im Verlauf der Zeit führen, können sich Dysplasien, Dislokationen, Deformationen in den Knochen und Dysmetrien bilden. Parallel können sich Wirbelverspannungen (Verschmelzung der Gelenke), als Resultat der Bewegungsbeschränkung (normalerweise im Alter von 8-12 Jahren) bilden.

Die Behandlungen der Ärzte derreversiblen Teilen des beschädigten Gehirnswirken sich nicht immer wie erwünscht auf die Muskeln auf. Der Grund dafür ist, das die myofaszialen Retraktionen oft schon unabhängig von der Ursache (Gehirnschaden) geworden sind, und die Patienten somit nur eine zeitweilige Schmerzlinderung verspüren.

Die Traumatologie wendet verschiedene Techniken zur Korrektion dieser Retraktionen und deren Folgen an. Die Varianten reichen von der Tenotomie bis zur Osteotomie und hin zu Operationen zur Wiederherstellung der Knochen und Bänder, welche sehr invasiv sein können. Die Resultate dieser Eingriffe sind nicht immer wirksam und sogar oft kontraproduktiv (Plattfuß, GenuRecurvatum, exzessive Spreizung…).

Die selektive und geschlossene Myofasziotomie ist ein minimalinvasiver Eingriff, welcher es ermöglicht, die Muskeln mit den myofaszialen Retraktionen zu lockern, in dem man lediglich die verkürzten Fasern anschneidet. Der Eingriff wird mittels feinem Präzisionsskalpell mit subkutanem Zugang durchgeführt (ohne aufschneiden zu müssen, und somit das Zunähen und Narben zu verhindern). Hiermit wird das gesunde Gewebe und seine Schichten geschont.

Vorgang:

 

  1. Während des präoperativen Besuchs werden die zu behandelnden Bereiche festgelegt, welchesich jedoch während des Eingriffs verändern können.
  2. Die Operation wird unter Inhalationsvollnarkose durchgeführt, ohne Intubation und einer ungefähren Dauer von 30 Minuten.
  3. Es ist keine nachträgliche Immobilisierung mit Gips oder Ähnlichenm notwendig.
  4. Es handelt sich um einen größeren ambulanten chirurgischen Eingriff. Da aber die meisten Patienten Ausländer sind, empfiehlt sich ein optimaler Krankenhausaufenthalt von 24 Stunden. Nach diesem Zeitraum werden die Verbände entfernt. Dnach kann der Patient nach Hause oder in sein Hotel zurück.
  5. Der postoperative Schmerz ist nicht stark. Es wird die Einnahme von Schmerzmitteln (Ibuprofen oder Paracetamol) während der ersten 4 Tagen empfohlen (2-3 Einnahmen pro Tag, sowie die letzte jeweils vor dem Schlafengehen).
  6. In manchen Fällen können in einigen operierten Bereichen Hämatome auftreten. In diesem Fall muss während der ersten 4 Tage Kälte aufgetragen werden (mittels eines Kältebeutels). Es können auch vorrübergehend örtliche Verhärtungen auftreten, ohne jedoch die Resultate zu beeinträchtigen. Sie verschwinden von alleine und benötigen keine Behandlung.
  7. Mittels dieser minimalinvasiven Operation ist es möglich bis zu 22 verschiede Bereiche mit Retraktionen in verschiedenen Zonen des Körpers zu behandeln (Multilevel-Chirurgie). Wenn mehr Retraktionen vorhanden sind  ist es möglich, in 2 oder mehr Phasen zu operieren, mit einem Abstand von minimum 8-10 Monaten zwischen jedem Eingriff.
  8. Es besteht eine 25% Wahrscheinlichkeit, dass mit den Jahren neue Retraktionen auftreten, verursacht durch das Wachstums und der Zunahme an Bewegung. Trotzdem, bei den meisten Patienten treten die Schmerzen nach der Operation nicht wieder auf.
  9. Die Häufigkeit der Operationen hängt von den Eigenheiten eines  jeden Patienten, der Entwicklung der Krankheit und dem Ermessen des Arztes ab.

 

Diese Operationstechnik ist mit anderen Behandlungen oder Eingriffen kompatibel, da normalerweise die anatomische Struktur des Muskels, des Bewegungsapparates, anderer Organe oder Systeme des Körpers nicht berürt werden. Im Gegenteil- die Muskulatur wird maximal an den Normalzustand  angenähert.

Meine 25 Jahren Erfahrung in der Entwicklung dieses Vorgangs haben mir bewiesen, dass die Kinder ab einem Alter von ZWEIEINHALB Jahren operiert werden sollten, und in dem Fall von Erwachsenen nach 2-3 Jahren nach dem Unfall (in Fällen von SHT oder Schlaganfällen). Diese Wartezeit ermöglicht es, uns eine höhere Funktionalität zu erreichen sobald der reversible Teil des Hirnschadens gut verheilt ist und dieser fähig ist, sich an die myofasziale Lockerung anzupassen.

Gegenanzeigen:

 

  • Akute Infektionskrankheiten.
  • Schwere somatische Krankheiten in der Deskompensationsphase.
  • Sehr delikater Allgemeinzustand (Atemschwierigkeiten, schwere Epilepsie…)
  • Schwere Blutgerinnungsprobleme.
  • Allergie auf alle Narkosepräparate.

 

Die erwünschten Ergebnisse der myofaszialen Lockerung sind:

 

  • Maximale Minderung der Steifigkeit
  • Annährung an die Normalwerte der Dehnbarkeit der fibrösen Gewebe (Faszien, Muskeln, Bänder und anderen Gewebe).
  • Besserung der Durchblutung und des Stoffwechsels in den behandelten Bereichen.
  • Minderung der degenerativen Dystrophie und Wiedergewinnung der Vitalität der fibrösen Gewebe.
  • Minderung der Spastik.
  • Zunahme an Muskelmasse und Kraft.
  • Besserung der Muskelkontrolle.
  • Behebung oder Linderung der Muskelschmerzen (falls vorhanden), und die Unterbrechung des Teufelskreises „Schmerz-Spastik-Retraktion-Schmerz“.
  • Möglichkeit, die Nutzung von Botulinumtoxinund Muskelrelaxantien (Baclofen) abzusetzen oder zu verringern. Immer unter ärztlicher Aufsicht.
  • Bildung von neuen Verbindungen im Nervensystem (besonders im propriozeptiven Bereich) durch Verbesserungen  des Flusses „von unten nach oben“.

 

Diese Ergebnisse sind möglich,sofern das Problem auf den myofaszialen Retraktionen beruht.

 


 

Wenn man davon ausgeht, dass die meisten Patienten einen erworbenen Gehirnschaden aufweisen (der während der intrauterinen Phase, während oder nach der Geburt, oder im Verlauf des Lebens auftritt), kann die gesunde Natur des Körpers von der Lockerung der myofaszialen Retraktionen profitieren und funktionelle Ergebnisse aufweisen:

 

  • Zunahme und Besserung der Bewegung (aktiv und passiv) in den beeinträchtigten Teilen des Bewegungsapparates.
  • Verbesserung der Beweglichkeit der Hände, Arme, Beine und weiterer Bereiche.
  • Stabilisierung und Korrektur pathologischer Körperhaltungen.
  • Verbesserung des Gleichgewichtes, des Sitzens und Stehens, sowie mögliche Besserung des Ganges.
  • Maximale Annäherung an die biomechanischen Normalparameter (Symmetrie, Ausrichtung…) des Patienten.
  • Bei Kindern: Befreiung des Wachstums und der Allgemeinentwicklung des Körpers.
  • Verbesserung des Kauens, Schluckens, Betonung, Sprache, Atmung und Expektoration.
  • Vorbeugung und Stabilisierung orthopädischer Probleme, wie Subluxationen, Kontrakturender Gelenke, Knochenfehlbildungen, Recurvatum und Dysmetrien, wenn diese nicht schwer sind (diese benötigen ebenso Behandlung von den Orthopäden).
  • Verbesserung der Temperatur in den Extremitäten.
  • Minderung oder Behebung von Verstopfungen.
  • Minderung oder Behebungdes Schielens und Verbesserung des Sehvermögens,
  • Minderungoder Behebungvon Kopfschmerzen und Verbesserung des psychoemotionalen Gleichgewichts und des persönlichen Wohlempfinden.
  • Verbesserung der Umstände zur Allgemeinbesserung und die Ermöglichung der Neuroplastizität der Patienten und des Zugangs zu physiologischen Mustern.
  • Erleichterung der Pflege seitens der Familie des Patienten.

 

Die postoperative Erholung ist einfach und benötigt der Befolgung der ärztlichen Empfehlungen.

Die unteren Glieder brauchen eine kurze Erholungsphase und müssen sich an die neuen Haltungen gewöhnen, da diese eine größere Last tragen. Die Patienten benötigen 2 Wochen um sich wieder aufrecht halten zu können und diejenigen, die sich mit eigenen Mitteln bewegen konnten,  brauchen 3 Wochen um mit der Fortbewegung zu beginnen.

Die Ergebnisse kann man abhängig von den operierten Bereichen und den Eigenschaften des Patienten beobachten. Bei manchen Muskeln sind sie am nächsten Tag erkennbar und bei anderen können Wochen oder Monate vergehen (bis 6 Monate).

 


 

Wenn man in Betracht zieht, dass diese Patientengruppe  multifaktorielle Probleme aufweist, in manchen Fällen eine exzessive Spastik oder andere Störungsfaktoren (Dysphonie, Gelenkschlaffheit…), so verhindern diese es, die positiven Ergebnisse der Behandlung umfassend zu genießen. In solchen Fällen könnten diese Patienten die Hilfe anderer Spezialisten benötigen.

Ab 1 Monat nach der Operation sollten die Patienten sich ihren Therapeuten, Rehabilitierungsärzten oder anderen Spezialisten vorstellen  um gemäß ihrem neuen Zustand bewertet zu werden. Die Bewertung der erlangten Veränderungen und die Überlegung neuer physiotherapeutischen Techniken, sind grundlegend für die Behandlung der aktuellen Probleme, sowie zur Maximierung der Rehabilitation des Patienten.

Um die besten Resultate zu erlangen empfiehlt es sich, mit der Bewegung der Gelenke ab 3 Wochen nach dem Eingriff zu beginnen. Mit der Stärkung und Neuausrichtungder Muskulatur sollte ab 1 Monat nach dem Eingriff allmählich begonnen werden.

Ebenso sollten die Gelenkbeschwerden behandelt werden: Kontrakturen oder Schlaffheit (falls vorhanden) mittels Dehnungen, orthopädische Massnahmen wie Einlagen, Orthesen, Stehvorrichtungen, Gehhilfen und zur gleichen Zeit physiotherapeutische Techniken bis hin zu intensiven Techniken (diese letzteren ab 3 Monaten).

Die Intensität und Art der Übungen hängen von den Möglichkeiten jedes Patienten und der Einschätzung des Physiotherapeuten ab. Das Ziel ist es, die maximale Autonomie zu entwickeln.

 

Die Hauptzielesind:

 

  • Den Rehabilitationsprozess der behinderten Patienten zu optimieren und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich dieser Behandlung in Spanien zu unterziehen.
  • Die Ergebnisse der eigenen Behandlung zu studieren und neue Möglichkeiten zu entdecken um die Lebensqualität dieser Patienten zu verbessern. All dies in Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten (Neurologen, Kinderärzten, Physiotherapeuten, Orthopäden und weiteren).
  • Diese Krankheiten in anderen Bereichen zu erforschen, so wie funktionelle Diagnostik oder andere fortgeschrittene Diagnostikmethoden.

 

Alles, was in diesem Text an Information vermittelt wurde, trägt allgemeinen Charakter und dient der Orientierung. Während dieser Behandlung benötigt jeder Patient eine individuelle Betreuung durch den ärztlichen Spezialisten.

Es ist unmöglich, diese Technik ohne Gefährdung der Gesundheit des Patienten anzuwenden, wenn nicht die entsprechende Ausbildung an der Seite eines auf diesem Gebiet erfahrenen Arztabsolviert wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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